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Geist des taekwondo

 
 

Der traditionelle Geist und Taekwondo

Um die ideologischen Aspekte des Taekwondo als einer traditionellen Kampfsportart aufzuzeigen, muss zunächst das traditionelle koreanische Gedankengut betrachtet werden.

Vorfahren der (koreanischen) Han-Sippe erlebten Rückschläge auf Grund von Naturkatastrophen und einschränkende Existenzbedingungen. Daher mussten sie sich in spiritueller Hinsicht auf die Macht der Natur verlassen, auf den Himmel, den Regen, Wolken, Sonne, Mond, Bäume, Steine usw., um Trost und Rückhalt zu finden. Als die Stammes- und Landwirtschaftsgemeinschaft sich fest etabliert hatte, gelangte das Han-Volk zu einer einheitlichen Vorstellung von „seon“ (unfehlbare Tugend), die die Basis der koreanischen Philosophie werden sollte.

Auf der Grundlage dieser Vorstellung herrschten Buddhismus und Konfuzianismus eine so lange Zeit über das koreanische Volk, dass alle Individuen sich daran gewöhnten, sich selbst ihrer Nation und ihrer Gemeinschaft zu widmen, ohne in das Laster eigennütziger Habgier zu verfallen, denn sie übten und pflegten beständig Geist und Körper.

Charakteristisch für das koreanische traditionelle Gedankengut sind die Vorrangstellung von Loyalität gegenüber dem eigenen Land sowie Respektierung und Ehrung der Eltern im Alltagsleben, so dass die Menschen erst über ihre Verantwortung nachdenken, bevor sie Macht anstreben, und sich freiwillig für die Gerechtigkeit einsetzen. 

A. Die ursprüngliche Vorstellung vom Geist des Taekwondo

Sicherlich liegen die Wurzeln des Taekwondo im menschlichen Instinkt, sich gegen äußere Bedrohungen durch Fertigkeiten im waffenlosen Kampf zu verteidigen und so zu überleben. Taekwondo wurde im Zeitalter der drei Königreiche zu einer systematischen Kampfkunst entwickelt. Die drei Königreiche – Silla (57 v. Chr. gegründet), Koguryo (37 v. Chr.) und Paekje (18 v. Chr.) – waren Gegenspieler mit ihren jeweiligen Ambitionen, die nationale Vereinigung der koreanischen Halbinsel herbeizuführen. Sie mussten sich außerdem gegen fremde Einfälle aus China und Japan verteidigen. Unter diesen Umständen versuchte jedes Königreich, als erstes die nationale Einheit zu errichten, indem sie die Idee nationaler Verteidigung im Volk verstärkten. Diese Idee basierte auf der traditionellen „seon“-Philosophie, und die Krieger akzeptierten sie als Kampfgeist. Vor allem Sillas „hwarangdo” (junge Kriegereinheiten) stellten ein typisches Beispiel der Übernahme dieses Geistes dar. Ihre solide Einstellung zum Staates leitete sich von der Vorstellung von Loyalität und Ehrung der Eltern ab. Mit dieser Vorstellung konnten sie freiwillig ihr Leben lassen, wenn die Sicherheit der Nation es erforderte. Weiterhin gehörte Mut zu den Tugenden dieser Geisteshaltung, der sich durch die Einstellung „keinen Rückzug aus dem Kampf” ausdrückte. Eine dritte Tugend war die praktische Vorstellung von Ethik, die die Menschen zu dem Versprechen veranlasste, keine moralischen Fehler zu begehen und niemals ihre sozialen Verpflichtungen zu vernachlässigen.

Diese Geisteshaltung befähigte die „hwarangs” von Silla letztendlich, ihr Königreich zu verteidigen, und sie half dabei, die anderen beiden Königreiche zu erobern und somit die gesamte Halbinsel zu vereinigen. Auf diese Weise setzte die Geisteshaltung der „hwarangdo” das traditionelle koreanische Gedankengut auf der Grundlage der „seon”-Philosophie fort und brachte den Geist des Taekwondo hervor, der in der Vorstellung von Loyalität, Ehrung der Eltern und dem Mut besteht, sich niemals aus einem Kampf zurückzuziehen und außerdem den Gedanken der praktischen Ethik von Beständigkeit im Lernen und Handeln enthält. Diese Vorstellung, umgewandelt in ein friedliches Gedankensystem, wurde weiter überliefert bis zu den heutigen Koreanern.

 

B. Philosophische Hintergründe des traditionellen nationalen Gedankenguts und der Geist des Taekwondo

Die ethischen Traditionen der Koreaner und die Geschichte des Taekwondo spiegeln gut das Bild der koreanischen Gesellschaft in der Vergangenheit wieder. Taekwondo als traditionelle Kampfkunst bedeutet nicht nur kämpferische Fertigkeiten, sondern ein eigenes Produkt nationaler Traditionen, das aus einer philosophisch-sprituellen Welt der Kampfkunst besteht. Mitten im harten Überlebenskampf zwischen verschiedenen Völkern der Erde hat das koreanische Volk durch eine 5000jährige Geschichte hindurch den nationalen Geist auf der Basis der „seon”-Philosophie bewahrt. Zusammen mit der Landesgeschichte hat sich auch der Geist des Taekwondo entwickelt. Die Ausformung der Geisteshaltung des Taekwondo soll im Folgenden genauer erklärt werden.

* Das Zeitalter von Alt-Chosun

Wie schon oben erwähnt, entsprang der Geist des Taekwondo dem nationalen traditionellen Gedankengut, das von der Gründung der Nation an überliefert wurde durch den Vorfahren Tangun, der den Idealismus des „hongik-ingan" (bedeutet universally beregitting humman beings (konnte ich nicht übersetzen!)) und des „jaese-ihwa" (bedeutet die Rationalisierung des menschlichen Lebens) vertrat. Diese Vorstellung wurde im Zeitalter von Alt-Chosun in die traditionelle nationale Vorstellung, die aus der Philosophie des „hongik-ingan” bestand, eingefügt. Sie bildete gleichzeitig die Grundlage des Geistes des Taekwondo.

* Das Zeitalter der drei Königreiche

Wie zuvor festgestellt, vertrat in der Zeit der Koguryo-Ära die „seon”-Philosophie den Idealismus des „hongik-ingan”, die später an das Königreich Silla weitergegeben wurde, um zum Geist der „hwarangdo” entwickelt zu werden und gleichzeitig buddhistische und konfuzianische Ideen zu integrieren. Die Geisteshaltung der „hwarangdo“ zeichnet sich durch die drei Tugenden Loyalität, Respektierung und Ehrung der Eltern und Zuverlässigkeit aus, außerdem durch fünf Disziplinen und drei tugendhafte Verhaltensweisen - Bescheidenheit, Sparsamkeit und Selbstbeherrschung. Die Religiosität der „hwarang“ half ihnen, ihren Patriotismus zu pflegen. Es muss konstatiert werden, dass der Geist des Taekwondo in sich auch das Erbe der Geisteshaltung der „hwarangdo“ trägt im Zuge ihres Kampfkunsttrainings.  

* Traditionelles Gedankengut des Koryo- und Chosun-Zeitalters und Taekwondo

Die traditionelle Auffassung der Koreaner von „hongik-ingan” steht in enger Beziehung zur Humanität, die den Respekt für andere Menschen betont. Durch das ganze Zeitalter von Koryo und Chosun hindurch wurden die Menschen in ihrem Alltag gelehrt, Höhergestellte und Persönlichkeiten von großer Tugend zu respektieren und Niedrigergestellte freundlich zu behandeln. Diese Lebenseinstellung wurde auch von Konfuzianismus, Buddhismus, „seon” (unfehlbare Tugend), „tonghak“ (östliche Philosophie) und „chondo“ (Weg des Himmels) beeinflusst.

In jener Zeit fanden unterschiedliche philosophische Theorien und Gedanken Ausdruck durch Gelehrte. Der Philosoph Seo Kyong-Duk hing der Theorie der monistischen spirituellen Energie an, während der große Gelehrte Yi Toe Gye die Theorie der dualistischen spirituellen Energie favorisierte, die durch vier moralische Geisteshaltungen – Gutwilligkeit, Aufrichtigkeit, Vernunft und Weisheit – und sieben Gefühle – Freude, Ärger, Kummer, Vergnügen, Liebe, Laster und Habgier – dargestellt wird.

Ein anderer großer Gelehrter, Yi Yul Kok, pflegte in seinen Schriften zu sagen: „Ich versuchte unablässlich, Selbstbeherrschung zu erlangen, bis ich in das Reich eines heiligen Lebens gelangen konnte.“ „Ich spreche wenig, wenn ich eine Entscheidung treffen muss.“ „Ich tue, was getan werden muss, mit all meiner Aufrichtigkeit." „Ich bringe jemanden dazu, eine Sache zu verstehen, wie eigenwillig er auch sein mag.“ Und: „Kultivierung des Geistes und Lernen sollten fortgesetzt werden, ohne das Tempo zu verringern.“ Diese Aussprüche geben teilweise den Geist des Taekwondo wieder.

Vor allem der Gedanke des „tonghak” und „chondo” betonten die Würde des Menschen, die Gewährleistung der Sicherheit des Landes und der Menschen und eine Geisteshaltung der Bürger frei von Selbstsucht.

C. Zusammenfassung

Der Geist des Taekwondo, der direkt von traditionellen nationalen Vorstellungen beeinflusst worden ist, ist erfüllt von der Seele des Volkes, über die Zeit hinweg geformt durch die gemeinsamen Erfahrungen von Freude, Ärger, Kummer und Vergnügen. Er kann einfacher mit dem Geist des „hwarangdo“ Sillas identifiziert werden, der auf der „seon”-Philosophie des koreanischen Volkes basierte sowie auf buddhistischem Gedankengut nationaler Verteidigung, konfuzianischem Gedankengut von Loyalität und Respektierung der Eltern und der taoistischen Auffassung von stillschweigender Handlungsweise. Letztendlich versetzte die Geisteshaltung der „hwarangdo” in Verbindung mit dem Taekwondo-Geist der Kampfkunst Silla in die Lage, die drei Königreiche zu vereinigen.

Daher ist die traditionelle koreanische Kampfkunst Taekwondo nicht nur darauf ausgerichtet, Kraft und Stärke zur Selbstverteidigung zu erlangen, sondern ihr Ziel ist es auch persönliche Vervollkomnung durch die Charakterhaltung, sein Leben dem Schutz von Gerechtigkeit, der Respektierung von Verantwortung und der Verkörperung der Vorstellung von allgemeiner Gleichberechtigung zu widmen.

Der Geist des Taekwondo lässt sich jetzt besser durch die Philosophie des „hongik-ingan” zusammenfassen, der friedliebenden Geisteshaltung, der Geisteshaltung von Ehrlichkeit, die Aufrichtigkeit und ein starkes Verantwortungsgefühl bewahrt.

Copyright 2001 KUKKIWON

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